Tag 15 - Northumberland Coast
Heute: 98km, 460Hm
Total: 1205km, 6540Hm
Das Wäschwaschen gestern wurde wieder einmal zu einer Odyssee. Bisher hatten alle Waschmaschinen hier keine Zeitanzeigen, das heißt man weiß nie wann es soweit ist, und ob man gerade ein einstündiges oder dreistündiges Programm fährt. Die Dame vor mir hat letzteres gewählt, so komme ich erst um 9 Uhr an die Waschmaschine. Um 11 reichts mir dann, ich würge sie ab und mache noch einen schnellen Spül- und Schleudergang, werfe alles in den Trockner und gehe schlafen. In meinem Zimmer sind nette Typen, einer wandert den Hadrianswall quer durch England.
Heute geht es circa bis Alnwick, da will ich mir morgen das Castle anschauen, in dem einige Szenen aus den ersten Harry Potter Filmen gedreht wurden. Der Weg führt entlang der Northumberland Coast, einem Küstenstreifen, der berühmt für seine Schönheit und geringe Bevölkerungsdichte ist. Passend heißt der Weg hier Coast and Castles.
Es gibt viele Sandstrände und schönes Wetter, mit netten Strandorten und schönen Wegen durch die Dünen. Einmal gibt es sogar einen Fußball-Golfplatz, eine coole Idee finde ich.
Ab und zu muss man sich trotzdem durch Hafenregionen schlängeln und Flussmündungen der Gezeitenflüsse umgehen. Denen kann ich nach wie vor nichts abgewinnen.
Heute ist es ziemlich windig, zum Glück meistens von der Seite. Also muss ich in einem Bushäuschen kochen, damit meine Flamme nicht ausgeht.
Heute Früh bei der Campingplatzsuche ist mir aufgefallen, dass die Dichte im Norden stark abnimmt. Und wenn es welche gibt, sind es meistens reine Caravan Plätze, die keine Zelte nehmen. Online sind alle Plätze ausgebucht, also rufe ich an und bekomme den letzten Platz, der nicht buchbar, sondern für spontane Reisende wie mich ist. Glück gehabt! Aber dort angekommen finde ich es ein bisschen lächerlich, hier könnte man noch zig Zelte dazustellen, ohne dass sich jemand daran stören würde. Gerade Einmannzelte ohne Strom, die eine Nacht bleiben.
Für Edinburgh am Samstag habe ich auch schon geschaut, dort ist nämlich Festivalzeit und dementsprechend viele Leute. Hostels kann man vergessen, das günstigste Airbnb mit 70€ pro Nacht ist ein Raum ohne Fenster und Licht, "Taschenlampe mitbringen" steht in der Beschreibung. Campingplätze gibt es zwei, einer auch ausgebucht, beim anderen bekomme ich noch einen Platz für die zwei Nächte. In Schottland will ich dann auch ab und zu Wildcampen probieren.
Zurück zur schönen Landschaft: es gibt öfter Seen hinter den Dünen, vermutlich Meerwasser, das nach einer starken Flut dort gefangen ist.
Ich fahre zu meinem Campingplatz in der Nähe vom Meer, das Castle macht morgen erst um 10 auf, da genieße ich heute lieber noch das Meer. Dort fahre ich dann auch hin und werfe mich in die Wellen. Ja, was soll man sagen, kalt ist es. Aber ich war zumindest einmal auf der North Sea Cycle Route auch echt im Meer!
Seit Newcastle sind mir heute über 20 Fernradreisende begegnet, das sind mehr als auf der ganzen restlichen Tour bisher. Vermutlich genießen die alle die schöne Landschaft hier im Norden. In Newcastle quatsche ich mit einem Mann aus Hong Kong, der für ein paar Monate in der UK herumfährt, und beim Campingplatz dann mit einer junge Kanadierin, die von Schottland nach Marokko radelt. Also immer wenn glaubt man ist cool, kommen solche Leute daher!
Also ich finde dich sehr cool! Friedrun
AntwortenLöschenCooler Typ ;)
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