Tag 22 - Loch after Loch

Heute: 92km, 870Hm
Total: 1740km, 10660Hm

Ich wollte in der Früh eigentlich auf das Klo einen Parkplatz weiter gehen, schaffe es dann aber doch nicht mehr so weit. Hinfahren tu ich trotzdem, in der Hoffnung meine leeren Wasserflaschen aufzufüllen. Das Wasser im Klo und aus den Wasserhähnen wird aber aus dem Bach gespeist und ist dementsprechend braun wie das Loch selbst.
Der Tag ist ganz im Gegensatz wunderschön, die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Einen Campingplatz für die Nacht habe ich auch schon organisiert. Der Weg führt mich heute an einigen Lochs vorbei, zuerst noch im Nationalpark auf einem schönen Wander-/Radweg entlang des Ufers, überall um mich Farne und moosbewachsene Bäume.
Es gibt hier auch Glamping Pods und Seminarhäuser, also man kann auch mehr als die £4 liegen lassen!
Es wird hier viel abgeholzt, und auch viel aufgeforstet. Anscheinend sind die kahlen Berge der Highlands nicht natürlichen Ursprungs, sondern wurden wegen Eisengewinnung, Schafweiden und Schiffsbau abgeholzt. Seit dem 2. Weltkrieg wird auch wieder mehr aufgeforstet, aber oft Monokulturen, die dann auch wieder geschlagen werden.
Es gibt öfter sehr steile Stücke, zum Beispiel um von der Straße auf die alte Bahntrasse zu gelangen. Der Aufstieg lohnt sich aber, als ich im Tal bergauf fahre, auf der anderen Seite die Straße, dazwischen ein Bach und rundherum schöne Berge. Auf der anderen Seite geht es dann wieder steil durch die Wälder runter, bei den bis zu 10% Steigung bin ich froh allein zu sein.
Auch die Farbe der anderen Flüsse gleicht der des Lochs, gibt es da vielleicht einen Zusammenhang mit der Herstellung von dunklem Bier?
Mittaggegessen wird neben einem öffentlichen Klo, dort kann man abwaschen, aufs Klo gehen und die Wasserflaschen wieder auffüllen.
Das letzte Loch für Heute ist Loch Tay, das ist aber 23km lang (und nur 1,5km breit) und der sechstgrößte See in Schottland. Es liegt natürlich in einem Bergtal, und die Straße verläuft nicht am Ufer sondern 100m weiter drinnen. Dort geht es wegen der Berge natürlich ständig auf und ab, erinnert mich an die Flussradwege in Österreich. So kommt heute auch ein neuer Höhenmeterrekord zustande. Die letzten 10km sind dann aber bergab mit Rückenwind, ein gutes Ausklang!
Ich esse am Campinplatz (Linseneintopf mit Karotten, Kartoffelpürree, Salat und Zimtschnecken) und repariere mein Rad, das heute immer mehr zu spinnen begonnen hat. Am Hinterrad sind einige Speichen lose (durch die Vibration?). Ich vermute das hat das Schlenkern ausgelöst, aber durch das Anziehen kriege ich natürlich einen Achter. Im niedrigsten Gang schleifen auch einige Speichen, ich versuche die Schaltung einzustellen, aber das geht nur über den Kabelzug und ist mehr Probieren als wirklich Können. Insgesamt hoffe ich aber, die schlimmsten Probleme behoben zu haben.
Morgen wird es wieder steil, der höchste Pass wartet auf mich.

Kommentare

  1. Anonym10.8.22

    Hi Vali, ich bin gerade 8km im Geiste mit dir gefahren, in Dire Straits Begleitmusik "Telegraph Road". Das macht übrigens 100kcal. Mein einizger Vorteil: Am hometrainer geht auch freihändig und blind gleichzeitig.
    Lass dich leben, Dad

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