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Es werden Posts vom Juli, 2022 angezeigt.

Tag 13 - Hochs und Tiefs

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Heute: 61km, 600Hm Total: 1000km, 5400Hm Die ganze Nacht schüttet es, und hört auch in der Früh nicht auf. Der Wetterbericht sagt, es soll bis 10 regnen, aber der kann sich so schnell ändern wie das Wetter selbst. Ich esse mein kaltes Müsli mit Wasser und Obst im Zelt, eigentlich hatte ich überlegt im Vorzelt zu kochen, aber dort steht das Wasser (und liegen meine Taschen). Um 11 reicht es mir und ich baue im Nieselregen alles ab, und stopfe das nasse Zelt in seinen Sack, der kommt heute extra hinten auf den Gepäckträger damit sonst nichts nass wird. Es hat 15 Grad und nieselt fröhlich weiter, und ich starte eingemummt in den Tag. Das blöde am Regen ist, dass erstens mein Handy nicht wirklich wasserfest ist, aber auch wenn es das wäre, spinnt der Touchscreen im Regen, und drückt immer wild herum. Das Wetter scheint die Einheimischen aber nicht zu stören, die gehen in kurzen Sachen wandern, Golf spielen und mit dem Hund am Strand spazieren. Wenn es hoch kommt hab...

Tag 12 - Norden, ich komme!

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Heute: 45km, 304Hm Total: 941km, 4804Hm Das Hotel ist ein "staffless hotel", das heißt jede Türe hat ein Nummernschloss wo man die Codes aus dem Email eingeben muss. Das Selbstbedienungsfrühstück ist überschaubar, es gibt Porridge aus der Dose, wie Instantnudeln mit heißem Wasser zu übergießen, und Cornflakes. Um kurz nach 8 bin ich am Bahnhof und kaufe am Schalter ein Ticket nach Bridlington, mit nur einmal Umsteigen und ohne Reservierungspflicht. Von dort sind es zwar noch 40km bis Scarborough, wo ich eigentlich hinwollte, aber ich bin schon zu Mittag dort. Die Dame bucht mir auch die beiden Zugtickets separat, dann kostet die Reise statt 60 nur 30 Pfund, hat sich also schon ausgezahlt. Im Zug schaue ich mir die ausgedruckte Verbindung noch einmal an, und sehe, dass der zweite Zug die Enddestination Scarborough hat! Also genau die Verbindung die Google Maps vorgeschlagen hat, und keine der UK-Websites finden konnte. Beim Umstieg in Doncaster kaufe ich noch das Ticket für da...

Tag 11 - Ein Reservierung fürs Fahrrad bitte!

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Heute: 108km, 178Hm Total: 896km, 4500Hm Wenn es in der Nacht kalt ist und taut läuft das Zelt gerne innen und außen an. Die Sonne bringt einen zwar um 7 Uhr schon aus dem Zelt, weil es so heiß ist, aber das Trocknen dauert trotzdem meistens relativ lange. Geheimtipp: abwischen. Mein Mittagessen kaufe ich in Boston, eine sehr unsympathische Stadt. Es ist mir sogar das Durchfahren schon unangenehm, und das Einkaufen erst recht. Mein Rad ist zwar abgeschlossen, aber die Taschen nicht. Normalerweise vertraue ich auf das Gute in der Menschheit, dass niemand etwas stielt, und zum Glück funktioniert das auch hier, trotz des schlechten Gefühls. Ich fahre entlang eines Kanals und alter Bahnstrecken bis nach Lincoln. Ich komme auch an New York vorbei, und frage mich welches Land wohl die USA kolonialisiert hat? Nach Harry Potter höre ich jetzt Sherlock Holmes Hörbücher um mich noch mehr in das Land einzufühlen. Ab und zu steigt mir der Geruch verbrannten Plastiks in die ...

Tag 10 - Planänderung

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Heute: 94km, 390Hm Total: 788km, 4322Hm Die Pop-Up Campsite ist auf einem riesigen Anwesen: Holkham. So Anwesen sehe und durchfahre ich heute noch einige. Es gibt schlossähnliche Häuser, riesige Wiesen, ein Kreisverkehr mit Obelisk mitten in der Pampa. Dann geht es wie auf einer amerikanische Autobahn schnurstracks über die Hügel, und auch das verdorrte Gras gibt einem das Gefühl in der Prärie gelandet zu sein. Ich habe heute beschlossen noch bis Lincoln zu radeln, das dauert zwei Tage, dort hole ich mein Ersatzteil für die Tasche ab und schlafe wieder mal in einem Hotel, und am Samstag werde ich dann kurz in den Zug steigen und nach Scarborough fahren. Damit spare ich mir 200km, die hole ich aber durch Unwege locker wieder rein. Grund dafür ist, dass ich nicht gestresst ein "Tagespensum" erreichen muss, um mit der Zeit auszukommen, und mir auch noch ein paar Sachen anschauen kann. Innerlich fühlt es sich natürlich nach Betrug an, am liebsten wäre ich ...

Tag 9 - Endlich an der Nordsee

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Heute: 89km, 412Hm Total: 691km, 3632Hm In der Nacht hat es mittlerweile nur noch 12 Grad. Ich liege eingemummt mit vielen Kleidungsschichten in meinem Schlafsack und mir friert trotzdem die Nasenspitze ab. Verrückt, dass ich von noch vor ein paar Tagen nur in Unterwäsche unter dem Schlafsack geschlafen habe weil es mir darin zu warm war. Die 40 Grad in Frankreich kommen mir sowieso schon ewig her vor. Nach Norwich sind 25km Fahrradweg angesagt. Es ist das erste Mal auf dieser Tour, dass es einen dezidierten Fahrradweg gibt. Eine nette Abwechslung, denn es geht einfach geradeaus, und man muss nicht nachdenken wo man abbiegt,  Hügel gibt es mittlerweile sowieso weniger und die Landschaft gefällt mir wieder besser. Es gibt mehr Sand und die Vegetation ist auch wieder eher mediterran.  Die Dörfer sind sehr süß und klein und ich fahre durch viele enge Gassen, umgeben von Backsteinhäusern und Feuersteinhäusern.  Es gibt auch mal einen Bach wo ein Paar m...

Tag 8 - Ruhetag in Norwich

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Heute: 0km, 0Hm Total: 600km, 3220Hm Heute ist Pause angesagt, ich bleibe zwei Nächte auf diesem Campingplatz und will mich etwas erholen. Um 7 gehe ich kurz aufs Klo, schlafe dann aber noch bis 10, wo die Sonne das Zelt dann in eine Sauna verwandelt. Dann wird gemütlich gefrühstückt und ich radle ins Stadtzentrum. Zuerst will ich zum Castle mit Museum, das wird aber gerade renoviert. Also fahre ich weiter zur Cathedral mit Kloster, die gefällt mir wirklich gut. Generell bin ich ein großer Fan der Architektur hier! Ich merke aber, dass ich nicht ganz fit bin, und so Städtetage sind auch antrengend. Also gehe ich mittagessen und einkaufen, und radle wieder zum Campingplatz. Wenn man radelt merkt man das gar nicht so, man ist wie in einer Zone , aber sobald man aufhört holt es einen ein und man merkt erst wie ausgelaugt man ist. Am Campingplatz wird erstmal genapped, dann wird den ganzen Nachmittag gelesen, gefaulenzt und Harry Potter Hörbuch gehört. W...

Tag 7 - Erste Müdigkeitserscheinungen treten auf

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Heute: 98km, 540Hm Total: 600km, 3220Hm Erfahrung zeigt: vom Aufstehen bis zur Abfahrt vergehen meistens ca. 2h, auch wenn ich mich bemühe effizient zu sein. Irgendetwas gibt es immer noch zu machen. Heute zum Beispiel meine saubere Wäsche wieder in billige Obstnetze vom Hofer einsortieren. Am Plan stehen heute 100km bis nach Norwich, der Hauptstadt von Norfolk, darauf freue ich mich schon. Am Vormittag werden ordentlich Kilometer geschrubbt, schön verlassene Landstraßen und keine großen Städte weit und breit. Die Einsamkeit hat leider den Preis der Ineffizienz, weil man ziemlich viel hin und her fährt. Ein Wort zu den Statistiken am Anfang von jedem Blog: hier sind es im Schnitt um die 500 Höhenmeter auf 100km, was ungefähr die Hälfte von der Faustregel 1000Hm/100km in den Bergregionen in Öserreich ist. Nach fünf Tagen habe ich die 2000Hm von unserer zweiwöchigen Nordseetour in Deutschland und den Niederlanden herinnen. Dort ist es dafür oft sehr windig. Heute hier aber au...

Tag 6 - Beschilderung

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Heute: 92km, 530Hm Total: 500km, 2680Hm Am liebsten fahre ich Flussradwege oder in Tälern, da ist immer klar wohin man muss und man merkt es schnell wenn man falsch fährt. Hier im Flachland führt der Radweg teilweise in sehr verwirrenden Bahnen, und sobald man ein Schild übersieht ist man schnell verloren. Deswegen bin ich sehr froh um mein Handy und die sorgfältig vorbereitete Route. In Städten sind oft "Community Stadium" oder "Buisness Park" angeschrieben, was für Locals sicher interessant ist, aber ich würde lieber die nächste Stadt angeschrieben sehen. In Städten passiert es generell gerne, dass man sich verfährt und unabsichtlich die Route in die andere Richtung findet.  Was ich super finde ist das Sticker-System, die Route hat zwar ab und zu auch echte Schilder, aber großteils sind nur Sticker an Laternenpfosten geklebt. Viel einfacher und günstiger, und weil es mehr gibt auch schwerer zu übersehen. Ich fahre heute von Colchester, der "ältest...

Tag 5 - Ersatzteilsuche

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Heute: 67km, 380Hm Total: 406km, 2150Hm Meinem Bein geht es schon besser, beim Radfahre ich es kaum. Zum Glück ist die Sportart so schonend, auch für Gelenke und co. Ansonsten habe ich so wenige körperliche Beschwerden wie noch keiner Radltour! Vielleicht ist mein Körper endlich abgehärtet. Die Nacht war endlich einmal angenehm kühl und ich bin gut erholt. Beim Frühstück kommt ein älterer Herr zu mir und fragt wohin es geht. Spannenderweise sind es eigentlich immer Männer mittleren Alters die mich ansprechen. Wir quatschen und er bringt mit einen sehr britischen black tea with milk and sugar.66u Das Motto für heute ist Ersatzteile für meine kaputte Tasche suchen. Ich fahre nach Chelmsford und klappere dort weitere Radlgeschäfte ab. Sechs waren es am Ende. Ortlieb kennt aber kaum jemand, und die Teile bestellen können sie sowieso nicht. Aber bemüht sind sie auf jeden Fall! Ich lege mir mit dem Manager von einem Store einen Plan zurecht. Online kann man das Teil nämlich k...

Tag 4 - Unfall

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Heute: 92km, 410Hm Total: 340km, 1770Hm Ich frühstücke mit den beiden Lichtensteinern und quatsche noch kurz mit einem construction worker  über meine Reise. Dann fahre ich durch das ruhige London am Morgen und hole mir noch ein Sauerteigbrot als Abwechslung zu den Toasts. Wo gestern noch viele Männer im Anzug vor dem Pubs gefeiert haben ist heute erstaunlich wenig los und ich genieße die Ruhe. Der Weg führt mich entlang von Kanälen in den Norden, es gibt sehr viele Hausboote auf denen auch Menschen leben, mehr als in den Niederlanden finde ich. Sie haben Feuerholz auf dem Dach, Fahrräder dabei und auch oft eigene Gemüsegarten am Boot.  Dann geht es durch das Lee Valley, durch viele Parks und entlang von Seen und Flüssen. Hier gewinnt der englische Ausdruck "to ride a bike" eine neue Bedeutung, ich komme mir vor wie auf einem Pferd wenn ich alle Bodenwellen mit Hüftschwung ausgleiche. Zu Mittag fahre ich in eine nahegelegene Industrieregion und gehe d...