Tag 3 - Auf nach London!
Heute: 83km, 390Hm
Total: 243km, 1360Hm
Der Tag beginnt etwas weniger berauschend als gestern, ich habe schlecht geschlafen und alles klebt.
Motovation ist zwar da, aber ich bin immer noch erschöpft von dem langen Trip gestern. Mein Radgewand ist feucht, ob noch oder wieder kann ich nicht sagen. Aber das trocknet schon! Im feuchten Handtuch habe ich aber eine neue Mitbewohnerin.
Ich baue schnell mein Zelt ab und düse zurück nach Rochester. Sobald ich auf dem Rad sitze geht es mir gleich besser, aber mein Rücken ist ziemlich verspannt. Ich gehe wieder aufs selbe Klo, fülle Wasser auf, putze Zähne, wasche Geschirr und dehne meine müden Muskeln. Ich frühstücke die Überreste von gestern mit Blick aufs Castle, Rochester gefällt mir wirklich gut. Alle Castles und auch Kirchen sehen sehr mittelalterlich aus!
Dann buche ich ein Hostel in London, ich muss meine Akkus und meinen Körper wieder aufladen. Obwohl um 7 aufgestanden fahre ich erst um halb 10 wirklich los.
Tag 2 ist wesentlich schircher, ich fahre entlang der Autobahn und durch viele zu kleine Tore wo man teilweise die Taschen abnehmen muss zur Themse und diese entlang nach London.
Hier reiht sich ein Industriehafen an den nächsten. Die Briten werfen auch gerne Müll aus dem Auto oder bringen ihn überhaupt auf irgendwelche Landstraßen.
Mehr Städte heißt auch mehr Füßgängerübergänge, da muss man bei jeder Straße zwei Mal drücken und wartet oft minutenlang. Mittlerweile mach ich es wie die Locals und fahre einfach. Der Radweg wechselt nämlich ständig die Seiten, und die ganzen Ampeln bremsen einen sehr.
Nach 50km fahre ich dann wirklich an der Themse, als mich ein Radfahrer überholt.
"Where are you headed?"
"Scotland"
Er zieht an mir vorbei, bremst dann wieder und fragt:
"Are you really going to Scotland?"
Doughy heißt er und ist Ubahnfahrer, fährt mit dem Rad zur Arbeit und läuft gerne Iron Mans. Wir fahren die nächsten 20km gemeinsam und plaudern, legen sogar einen Pit Stop bei seinem Lieblingscafe ein. Er sagt immer an, wo ich fahren muss, wo der Boden uneben ist, welche Kurve ich wie nehmen muss und wo der Radweg gesperrt ist und wie man am besten ausweicht. Ich erspare mir sicher einiges an Zeit und Kopfzerbrechen, und die Gesellschaft ist mir sehr willkommen.
Er empfiehlt mir eine Fahrt mit dem Cablecar, die mache ich dann auch. Als Touristenattraktion gibt es hier nämlich eine Gondelverbindung über die Themse, und sogar das Rad darf mit!
Dann geht es durch den Fußtunnel bei Greenwich unter der Themse durch, als würden sie alles versuchen, um keine Brücken bauen zu müssen. Ich fahre eine Stunde durch Downtown London, links und rechts Wolkenkratzer, vorne rote Doppeldeckerbusse und hinten Londoner Cabs. Die Straßen sind teils sehr stressig, aber ich schließe mich dem Pulk der Radfahrer an und mache was sie machen. Zwischenstopp bei der Tower Bridge, inklusive Beweisfoto. Dann geht es zum Hostel wo ich noch zwei Liechtensteiner treffe und wieder Schweizerdeutsch reden kann. Sie sind von Zuhause hergefahren, jetzt in Richtung Westen weiter und dann nach Frankreich, bis ihnen die Zeit ausgeht. Das Rad muss ich auf der Straße abschließen, ich hoffe es ist morgen noch da.
Am Abend treffe ich noch eine Freundin die hier lebt und wir gehen zu einem Jazzkonzert, dort trinke ich natürlich ein Guinness. Unglaublich, dass es jetzt noch fast 4 Wochen so weitergeht!
Du bist ja so cool Vali!
AntwortenLöschenEcht coole Story mit Doughy!
AntwortenLöschenI muas a Lackee rean, wonn is des lies. Take care Vali. Dad
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