Tag 21 - Der Verfall setzt ein

Heute: 81km, 790Hm
Total: 1648, 9790Hm

Heute geht es nun endlich in Richtung Highlands! Von Glasgow folge ich dem Fluss Clyde nach Westen und biege dann nach Norden ab. Ich fahre hauptsächlich durch den Loch Lomond and the Trossachs Nationalpark. Die Karte finde ich auf einem Klo, sehr cool im Herr der Ringe Stil.
Mein Knie tut heute das erste Mal seit Beginn der Reise weh, genau wie bei meiner letzten Radtour im Frühling. Damals dachte ich, es kommt von zu viel Sitzen, aber die Theorie kann ich jetzt verwerfen. Neue Vermutung: sehr viel gehen und dann Radfahren ist die schlechte Kombination, damals war auch der Beginn der Reise eine Stadtbesichtigung.
Mein Fahrradcomputer spinnt schon einige Tage, ich habe mittlerweile alle Batterien mehrmals getauscht, die Verbindung kommt trotzdem nicht zustande. Aber von früher weiß ich: das ist viel Spielerei, lieber zu Hause dann. Meine Klingel geht heute auch kaputt, und weil ich sie nicht aufkriege muss ich eine neue kaufen. Der Lenker schlenkert auch beim geradeausfahren, warum genau weiß ich nicht. Die typischen streifenden Schutzbleche und den springenden und kratzenden ersten Gang erwähne ich jetzt gar nicht. Ich glaube ein Service wird fällig!

Die Radwege sind super ausgebaut und sehr schön, manchmal auf alten Bahnstrecken. Zuerst geht es noch durch Felder und Wiesen, aber am Horizont zeichnen sich schon die Berge ab! 
Die schöne Gegend und Nähe zu Glasgow lockt viele Leute hierher, es gibt auch viele Radfahrer wie mich, die längere Touren machen. Das mittlerweile wieder schöne und warme Wetter trägt sicher auch dazu bei!
Die Gräser und lila Sträucher, gemeinsam mit kleinen Seen und netten Steinbrücken über Flüsse machen insgesamt ein sehr schönes Bild. 
Nach Aberfoyle geht es dann über Wanderwege und mit steilen Serpentinen den Berg hinauf. Ein Schild warnt noch, dass Rennradfahrer lieber auf der Straße bleiben sollen. Hier sind auch Entdeckungspfade für Kinder und sogar ein Hochseilgarten.
Ich finde das Loch Drunkie, das ich angepeilt habe, nur die Straße auf die ich wollte ist abgesperrt. Aber es gibt viele Camper hier finde ich, und auch die schöne Einbahnstraße wirkt irgendwie sehr professionell. Dann schaue ich mir die Schilder an, die überall stehen. Nachdem es ein Nationalpark ist muss man online einen Platz zum Campen buchen. Die £4 kann ich aber verkraften und buche mir einen Spot.
Ich fahre einen abenteuerlichen Fußpfad an den See hinunter und baue dort mein Zelt auf. Dann springe ich nackt ins Loch und wasche mich. Beim herauskommen schneide ich mir leider den Fuß an einem spitzen Stein auf, aber ist halb so wild.
Dann kommen plötzlich mehr Leute, so viel zum romantisch alleine wild campen. Ist halt doch eine Ausflugsgegend hier. Noch mehr als Leute kommen aber Insekten, keine Midges, aber dafür eine Art fliegende Ameisen und kleine Fruchtfliegen, die einem ums Gesicht schwirren. 
Der Abend wird trotzdem mit kochen und lesen am Strand verbracht!

Kommentare

Kommentar veröffentlichen