Tag 2 - Steiler Start
Heute: 125km, 750Hm
Total: 150km, 970Hm
Ich hole mir gute 9 Studen Schlaf und fühle mich frisch und erholt, trotz Regen und Gewitter in der Nacht. Ich starte also motiviert in meinen ersten wirklichen Radtag und genieße die schöne Landschaft. Die Küste ist unglaublich, es riecht super nach Meer, die Landschaft ist hügelig und von Weizenfeldern durchzogen.
Nach 50km erreiche ich Canterbury, hier gilt es erste Besorgungen zu erledigen: ich kaufe mir eine 50GB Prepaid Simcard damit ich keine Bedenken haben muss, Wasser wird aufgefüllt, Mittaggegessen, Adapter gekauft, die Bank aufgesucht. Harry Potter könnte hier übrigens an jeder Ecke wohnen!
Ich plane auch den nächsten Tag, denn morgen treffe ich in London eine Freundin. Ergebnis: ich muss es heute bis Rochester schaffen, das sind laut Plan an die 100km. Ich folge der National Cycle Network Route 1 (NCN1), die wird mich noch bis Edinburgh begleiten.
Hier gibt es sehr viele Äpfel, Rinder und Weizenfelder. Auch den einen oder anderen Hasen treffe ich. Die Hügel sind nie hoch, aber ab und zu sehr steil. Dafür hat man oben ein gutes Panorama über die Landschaft! Die Straßen sind typisch englisch von Hecken gesäumt und sehr schmal. Also ich muss oft stehen bleiben um Autos vorbeizulassen, so schmal. Muss man mal pinkeln kann das ganz schön schwer sein, es gibt kein Ende bei den Hecken!
Die Beschilderung ist hier sehr gut, ich kann fast ohne Handy navigieren. Die Schilder sind oft nur an Laternenpfosten angeklebt, aber wenn man den Blick dafür hat (und den bekommt man schnell) sieht man sie überall! Meinen Sitzknochen geht es übrigens noch sehr gut!
Das Links fällt mir nicht schwer, nur beim Rechtsabbiegen oder manchen komplizierten Kreuzungen und Kreisverkehren muss ich scharf nachdenken.
Um 21 Uhr komme ich dann endlich in Rochester an. Ich wollte hier zu einer öffentlichen Toilette, Wasser auffüllen. Essen habe ich am Weg schon gekauft, und der Hunger ist groß. Ich möchte heute wild Campen, aber würde mir gerne den Mock abwaschen. Das ist ein super Wort der Deutschen, die Kombination aus Schweiß, Sonnencreme, Dreck und Insekten die eine schöne Schicht auf der Haut bildet. Einen See habe ich im Blick, der ist aber noch eine halbe Stunde weg. Als ich aus dem Klo komme regnet es plötzlich in Strömen. Ich stelle mich unter und ein Local fragt ob ich Hilfe brauche. Er gibt mir einen Tipp fürs Wild Campen, dem folge ich auch und lande im Dunklen auf einer Landstraße. Das mit baden wird heute wohl nichts. Links und rechts sind Hecken oder Zäune. Schlussendlich finde ich um 10 Uhr einen Eingang und verstecke mich neben der Straße hinter ein paar Büschen.
Dann wird parallel Abendessen gekocht, Katzenwäsche betrieben, Zelt aufgebaut und das alles möglichst leise und im Dunkeln. Um halb 11 sitze ich tatsächlich im Zelt und esse, während ich mich mit meiner Massagemaschine massiere.
Dann falle ich totmüde ins Bett. Der Tacho zeigt 125km und 750 Höhenmeter. Leider habe ich die Angewohnheit meine Pläne stur in die Tat umzusetzen. Ich hätte auch vor Rochester campen können und nicht die extra Stunde hin und herfahren müssen. Aber sei es wie sei, ich freue mich auf morgen und London!
Hast du in London Josef und Family getroffen?
AntwortenLöschenLeider nein, wir haben uns grade verpasst!
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